Ausbildung zum Schiedsrichter und zur Schiedsrichterin

Nationale Schiedsrichter (ÖBSV-Schiedsrichter)

Dies sind vom ÖBSV ausgebildete und geprüfte Personen, die eine gültige Schiedsrichter-Lizenz des ÖBSV besitzen. Der ÖBSV unterscheidet entsprechend dem Grad ihrer Ausbildung Schiedsrichter mit abgelegter B-Prüfung (kurz B-Schiedsrichter), A-Anwärter (oder auch A-Kandidaten oder kurz Anwärter) und Schiedsrichter mit abgelegter A-Prüfung (kurz A-Schiedsrichter).

Der B-3D-Schiedsrichter verfügt über eine Weiterbildung und entsprechende Praxis im 3D-und Feldbereich. A-3D-Schiedsrichter sind jene Schiedsrichter, die sich auf den Einsatz bei 3D- und Feldturnieren spezialisieren und keine Scheibenturniere Outdoor/Indoor leiten.

Ausbildungen und Fortbildungen 

Bei Vorlage einer genügenden Zahl von Kandidaten oder auf eigene Initiative führt der ÖBSV Lehrgänge zur Ausbildung von ÖBSV-Schiedsrichtern durch. Neben diesen Lehrgängen werden vom ÖBSV aber auch jährlich Seminare und Fortbildungskurse für ÖBSV-Schiedsrichter angeboten.

An Kursen des ÖBSV im Rahmen der Schiedsrichter-Aus- und -Fortbildung ist jeder, der in irgendeiner Weise dem ÖBSV angehört, teilnahmeberechtigt. Allerdings kann der ÖBSV aufgrund lokaler Gegebenheiten die Teilnehmerzahl limitieren.

 

Ausbildung zum B-Schiedsrichter

Wer die Ausbildung zum ÖBSV-Schiedsrichter anstrebt, dem ÖBSV angehört, österreichischer Staatsbürger ist bzw. als Ausländer in den letzten 3 Jahren seinen ordentlichen Hauptwohnsitz in Österreich hatte und mindestens 18 Jahre alt ist, kann sich zum ausgeschriebenen Lehrgang anmelden.

Voraussetzungen sind:

  • praktische und technische Erfahrungen im Bogenschießen
  • zusätzliche Informationen, die dem Schiedsrichterreferenten des ÖBSV behilflich sind, die Fähigkeiten des Bewerbers einzuschätzen.

Der Prüfungsanwärter hat an einem Ausbildungsseminar des ÖBSV für B-Schiedsrichter teilzunehmen und sich einer Prüfung zu stellen. Ausbildungs- und Prüfungsinhalte der Seminare orientieren sich am jeweils gültigen Ausbildungsplan des ÖBSV.

Die Prüfung erfolgt im Rahmen des Seminars in Form eines schriftlichen Tests. Dabei ist eine definierte Punktezahl zu erreichen. Der Test und damit die zu erreichenden Punkte werden bei jedem Seminar den aktuellen Gegebenheiten (= aktuelle Regeländerungen) angepasst.

Bei Nicht-Bestehen der Prüfung kann die Prüfung nach neuerlicher Bewerbung und Teilnahme an einem Ausbildungsseminar beliebig oft wiederholt werden.

Nach erfolgreichem Ablegen der Prüfung wird der Kandidat zum ÖBSV-Schiedsrichter ernannt und erhält eine B-Lizenz des ÖBSV.

Ausbildung zum B-3D-Schiedsrichter

Für die Ausbildung von B-Schiedsrichtern zu B-3D-Schiedsrichtern wird bei entsprechendem Interesse vom ÖBSV ein eigenes Seminar angeboten. Der Ausbildungsinhalt des Seminars orientiert sich am jeweils gültigen Ausbildungsplan des ÖBSV. Es findet keine Prüfung statt, das Lernziel wird durch die praktischen Einsätze erreicht. Nach der Teilnahme an diesem Seminar und 2 Schiedsrichtereinsätzen bei 3D-Sternturnieren bzw. Arrowheadturnieren in den folgenden 12 Monaten erhalten die Kandidaten eine B-3D-Lizenz des ÖBSV.

A-Anwärter und die Ausbildung zum A- bzw. A-3D-Schiedsrichter

Nachdem ein B-Schiedsrichter die Ausbildung zum B-3D-Schiedsrichter absolviert hat, kann er sich der Ausbildung zum A- oder A-3D-Schiedsrichter zuwenden. Ebenso kann ein A-3D-Schiedsrichter die Ausbildung zum A-Schiedsrichter absolvieren.

Ein Schiedsrichter, der die Ausbildung zum A- oder A-3D-Schiedsrichter anstrebt, hat dies dem Sekretariat des ÖBSV schriftlich mitzuteilen. Sein Antrag wird vom Schiedsrichterreferenten geprüft. Bei Erfüllung der obigen Voraussetzungen wird vom ÖBSV eine entsprechende Lizenz ausgestellt. Er gilt damit als A- bzw. als A-3D-Anwärter.

In einem vom Schiedsrichterreferenten festgelegten Zeitraum hat der A- bzw. A-3D-Anwärter an mindestens 3 ihm zugeteilten Sternturnieren als Schiedsrichter teilzunehmen. Er hat vor Beginn jedes Turniers dort eingesetzte A-Schiedsrichter auf sein Ausbildungsziel hinzuweisen. Diese werden ihn in besonderer Weise betreuen und ihre Beobachtungen in einem Bericht an den Schiedsrichterreferenten festhalten.

Der A- bzw. A-3D-Anwärter kann einen Schiedsrichter seines Vertrauens wählen. Dieser wird ihm mit Rat und Tat helfen, sich auf seine Aufgabe als leitender Schiedsrichter vorzubereiten.

Schiedsrichter, die als Betreuer eines A- bzw. A-3D-Anwärters wirken, haben jederzeit Zutritt zum Wettkampffeld bzw. zum Parcours, wo der A- bzw. A-3D-Anwärter im Einsatz ist.

Im Rahmen seiner A-Ausbildung hat der A- bzw. A-3D-Anwärter an einem Weiterbildungsseminar teilzunehmen, in dessen Rahmen er die theoretische Prüfung ablegt. Die Prüfungsinhalte können dem jeweils gültigen Ausbildungsplan des ÖBSV entnommen werden.

Die theoretische Prüfung erfolgt in Form eines schriftlichen Tests. Dabei ist eine definierte Punktezahl zu erreichen. Der Test und damit die zu erreichenden Punkte werden bei jedem Seminar den aktuellen Gegebenheiten (= aktuelle Regeländerungen) angepasst.

Als praktische Prüfung leitet der A- bzw. A-3D-Anwärter unter der Aufsicht eines A-Schiedsrichters und des Schiedsrichterreferenten ein Sternturnier. Die Beurteilung erfolgt durch den A-Schiedsrichter, einen erfahrenen Schützen aus dem Teilnehmerfeld und den Schiedsrichterreferenten.

Nachdem ein A- bzw. A-3D-Anwärter im vom Schiedsrichterreferenten festgelegten Zeitraum in entsprechender Weise als Schiedsrichter gearbeitet hat, beurteilt ihn der Schiedsrichterreferent des ÖBSV anhand der Berichte, die von den A-Schiedsrichtern bzw. seinem Betreuer eingelangt sind, des Ergebnisses der theoretischen Prüfung im Rahmen des Weiterbildungsseminars und der Beurteilung bei der praktischen Prüfung.

Fällt diese Beurteilung positiv aus, ernennt ihn der Schiedsrichterreferent zum A- bzw. A-3D-Schiedsrichter.

Nach der Ernennung erhält der Kandidat die entsprechende A-Lizenz des ÖBSV.

Bei negativem Prüfungsergebnis prüft der Schiedsrichterreferent die Zulassung zu einer Wiederholung und entscheidet über weitere Ausbildungsschritte. Eine Berufung gegen ein negatives Ergebnis ist nicht möglich.

Der Anwärter kann seine Anwärterschaft jederzeit zurückziehen.

Der A-Schiedsrichter ist automatisch berechtigt auch 3D- und Arrowheadturniere zu leiten.

Ausbildung zum Kontinentalen bzw. Internationalen Schiedsrichter

Die Ausbildung zum Internationalen Schiedsrichter ist in den "WA Satzungen und Regeln" geregelt.

Der ÖBSV versucht, soweit möglich, Anwärter bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Dafür erwartet der ÖBSV von Internationalen Schiedsrichtern, dass sie ihr Wissen im Rahmen der Schulung und Fortbildung nationaler Schiedsrichter mit Rat und Tat zur Verfügung stellen.

Solange sie von der WAE als Kontinentale bzw. von der WA als Internationale Schiedsrichter anerkannt werden, unterliegen sie nicht den Nachschulungs- und Fortbildungsbestimmungen des ÖBSV. Wohl aber wird von ihnen eine umfassende Kenntnis der ÖBSV Wettkampfordnung erwartet.

Pflichten und Fortbildungsbestimmungen für Schiedsrichter

Der ÖBSV erwartet von allen seinen Schiedsrichtern eine grundlegende Kenntnis der Wettkampfordnung des ÖBSV und der Regeln der WA bzw. der IFAA, angemessene Fortbildung und Erweiterung ihrer Kenntnisse sowie ein vorbildliches Verhalten.

ÖBSV-Schiedsrichter unterliegen den Regeln der WA bzw. der IFAA sowie der Wettkampfordnung des ÖBSV und allen vom ÖBSV erlassenen Verordnungen, die das Verhalten und Vorgehen der Schiedsrichter regeln.

B- und B-3D-Schiedsrichter haben zumindest einmal in zwei Jahren an einem Fortbildungsseminar und an zumindest einem Turnier des ÖBSV in zwei Jahren als Schießleiter oder Schiedsrichter teilzunehmen.

A- und A-3D-Schiedsrichter haben zumindest einmal in zwei Jahren an einem Fortbildungsseminar des ÖBSV teilzunehmen. Sie sind zumindest bei einem Turnier pro Jahr als Schiedsrichter tätig. Eine Tätigkeit als Schießleiter wird in diesem Zusammenhang nicht anerkannt. Sie haben im Rahmen der Schiedsrichter-Ausbildung von B-Schiedsrichtern bzw. im Rahmen der Ausbildung von A-Anwärtern als Betreuer oder Kollege im Turniereinsatz ihr Wissen weiterzugeben und den ÖBSV in dieser Aufgabe zu unterstützen.

Sind wesentliche Neuerungen oder Änderungen in der Wettkampfordnung des ÖBSV oder den WA-Regeln erfolgt, ist die Teilnahme an einem der nächsten Fortbildungsseminare des ÖBSV auch dann Pflicht, wenn ein Schiedsrichter gemäß vorangestellter Regelung noch nicht zur Fortbildung ansteht.