Bericht: Barrierefreiheit beginnt im Kopf!

01.10.2017 | Category: Para Archery (56)

Mit dieser Aussage hat Michael Knaus (Obmann des ÖZIV Tirol) nicht nur die Vortragsreihe eröffnet - dieses Zitat hat sich wie ein roter Faden durch die zwei Symposiumstage gezogen.

Es gibt nur wenige Sportarten die sich so perfekt eignen, von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Menschen gleichermaßen und gemeinsam ausgeübt zu werden. Bogensport ist für Rollstuhlfahrer, Versehrte, Gehörlose, Blinde und zum Teil auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen möglich.

Die knapp 30 Teilnehmer des ersten Barrierefrei Symposiums in Klösterle am Arlberg, erwartete ein dicht gedrängtes Programm an Referaten und Workshops.

Karin Stöckler und Michael Knaus vom ÖZIV Vorarlberg und Tirol haben einen Überblick über die Situation in Österreich gegeben, Probleme und mögliche Lösungen für Menschen mit Beeinträchtigung aufgezeigt. Im Zentrum standen dabei, der Zugang zu sportlichen Aktivitäten in der Natur.

Der zweifache Para-Olympiasieger Mario Oehme, zeigte Probleme und Möglichkeiten der Para-Bogensportler in Österreich und Deutschland auf, gab Ideen für die Weiterentwicklung mit, und hat die erforderlichen Maßnahmen angesprochen. Die Ausbildungsleiterin Angelika Brunner vom ÖBSV referierte über die Grundlagen, Möglichkeiten und Herausforderungen, die der Para-Bogensport mit sich bringt, aber auch die Erkenntnis, dass es sich so unterschiedlich gar nicht darstellt.

Als nächstes Projekt ist in Klösterle an Arlberg der erste rollstuhltaugliche 3D-Jagdbogenparcours in Europa geplant. Aus diesem Grund haben sich die sitzenden und stehenden Teilnehmer aufgemacht, um das Gelände zu begehen bzw. zu befahren. Trotz Regen und herbstlichen Temperaturen wurden Ideen und Pläne geschmiedet, Lösungen erarbeitet und die unbedingte Umsetzung dieses Projekts gefordert.

Den Abschluss des ersten Symposiumtages haben Thomas Flax vom RSC Altach und Lena Prassl vom LZH Dornbirn vollendet. Thomas Flax hat den Anwesenden Fragen beantwortet, die man normalerweise einem Rollstuhlfahrer eher nicht stellen würde. Lena Prassl hat den Umgang mit Hörgeschädigten bzw. Gehörlosen erklärt. Auf was sollte man achten, was vermeiden und vieles vieles mehr.

Spätestens beim "Afterklatsch auf Augenhöhe" war das Eis gebrochen, alle waren voller Tatendrang, Freude und Hoffnung, sowie voller Erwartungen auf den zweiten Symposiumstag.

Am zweiten Tag, hat der Parasport erfahrene Physiotherapeut Alexander Aichner einen intensiven Vortrag über Anatomie und Rückenmarksverletzungen gehalten. Die folgenden Übungen, für stehende und sitzende Schützen, haben unter anderem körpereigene Erkenntnisse über noch nicht erahnte Muskelpartien eröffnet.

Den Abschluss bildeten theoretische und praktische Einheiten im Blindenbogenschießen. Auch dabei war die Selbsterfahrung Grund für ein AHA-Erlebnis.

Alles in allem wurde ein unglaublicher Spirit freigesetzt und der Impuls für eine ganze Reihe an Projekten gegeben. Die Anwesenden waren sich einig, dass diese Veranstaltung wiederholt werden muss. An Teilnehmern ist dieses Symposium bestimmt zu übertreffen, an positiver Energie wohl kaum!

Die essentielle Meinung aller Teilnehmer aber war, dass sich die nicht Beeinträchtigten, aber auch die Beeinträchtigten aufeinander zubewegen müssen, um die Inklusion voranzubringen.

Wir, hier in der OASE-K77 in Klösterle am Arlberg, werden alles dafür tun, dass wir die geplanten Projekte zur Umsetzung, und weitere Ideen auf den Weg bringen.

Nächstes Barrierefrei Symposium 8.-9. September 2018

Alle Infos auf: www.oase-k77.at

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